Baubranche

Art des Bodenbelags


Unterlagsboden 

Zementüberzug

Fliesenboden 

Flissboden/Anhdritesch


Unterlagsboden


Der Unterlagsboden oder im Hochdeutschen auch Estrich genannt, bildet die Unterlagen für sämtliche Bodenbeläge.

Der Einbau findet meistens auf eine Trennlage aus Styropor ( Wärmedämmung / Trittschall ) statt. Heute gibt es viele verschiedene Sorten und Möglichkeiten einen Unterlagsboden einzubauen ( Konventionell als Sand-/Zement Gemisch / Fliessestrich etc. ).

Bei allen Einbauten sind aber die verschiedenen Einbauvorschriften einzuhalten und die Einbaustärken zu beachten


Flissboden /Anhydritesch


Der Anhydritestrich (AE) oder Calciumsulfatestrich (CA) ist eine Estrichart und besteht aus Anhydritbinder, Gesteinskörnung (bis zu einer Korngröße von 8 mm) und Zugabewasser. Um die Verarbeitung zu verbessern, können entsprechende Zusätze enthalten sein. Der Anhydritestrich kann etwa zwei Tage nach dem Einbau begangen und frühestens nach fünf Tagen geringfügig belastet werden.[1] Er darf keiner dauerhaften Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt werden, daher eignet sich dieser Estrich besonders für Trockenbereiche in einem Gebäude. Gegenüber Zementestrich besitzt der Anhydritestrich eine geringere Festigkeit und darf entsprechend weniger stark belastet werden.[1]

Eine Weiterentwicklung stellt der Anhydritfließestrich (AFE) dar. Dieser nivelliert sich aufgrund der flüssigen Konsistenz selbst. Zudem kann infolge geringerer Spannung beim Trocknungsvorgang auch auf Flächen bis zu 1.000 m² (wenn keine Fußbodenheizung eingebaut wurde) auf zusätzliche Dehnungsfugen verzichtet werden.

Hauptbestandteil ist als Bindemittel Anhydrit, der mit Wasser relativ schnell zu Gips (Calciumsulfat-Dihydrat) hydratisiert und sich dabei verfestigt. In der Regel wird synthetischer Anhydrit verwendet, der durch Brennen von Gips (z. B. REA-Gips aus der Rauchgasreinigung in Kraftwerken) gewonnen wird. Seltener wird auch mineralischer (körniger) Naturanhydrit eingesetzt. Als Gesteinskörnung werden Kalkstein und Quarzsand verwendet.

Der AE-Fließestrich wird entweder trocken auf der Baustelle angeliefert (als Sackware oder lose in einem Silo/Container) und in einer normalen Putzmaschine, welche kontinuierlich arbeitet, durch Wasserzugabe in seiner Konsistenz pumpfähig und mittels Schläuchen zur Einbaufläche gepumpt, oder fertig im Fahrmischer angeliefert und mit einer am Fahrzeug oder separat beigestellten Schnecken- oder Kolbenpumpe zügig eingebaut.

Durch diese flüssige Konsistenz kann die Nivellierung des Fließestrichs nahezu von selbst erfolgen. Nach dem Einpumpen wird der Estrich mit einem groben Straßenbesen oder mit einer so genannten Rakel (Schwabbelstange) durchgeschlagen (im Kreuzgang), um beim Einpumpen eingeschlossene Luftblasen zu entfernen. Die Oberfläche wird dadurch waagerecht und eben hergestellt. Je länger die Schwabbelstange ist, umso größer wird die Genauigkeit und Ebenheit der fertigen Estrichfläche.

Da diese bereits werkseitig hergestellte Mischung nur noch mit Wasser gemischt wird, sind entsprechenden Maschinen in der Lage, hohe Misch- und Förderleistungen zu erzielen. Bei großflächigen Verlegungen, beispielsweise in Industriehallen, sind daher gegossene Flächen von 1.300 m² bis zu 1.500 m² an einem Tag möglich.

Zementüberzug


Einbau von Zementüberzug

Ein Zementüberzug dient hauptsächlich als Schutz- oder Deckschicht zwischen dem Unterlagsboden und dem im Innenbereich verlegten Bodenbelag, wie Parkett, Laminat oder Teppichboden. Die Verlegung sollte von Fachleuten vorgenommen werden, denn unter Einfluss von Wasser entsteht im Zement eine Lauge, die für Haut und Augen schädigend ist und zu Verätzungen führen kann. Deshalb sollte auf ausreichende Schutzausrüstung wie Handschuhe und Schutzbrille geachtet werden. Ein Überzug mit Zement ist aufgrund seiner hohen Dichte sehr sinnvoll. Ein Zementüberzug ist ein sicheres und dauerhaftes Verfahren. Zement ist relativ licht- und wasserbeständig und gegen Temperaturschwankungen weitestgehend resistent.

Ein Zementüberzug kann aber nicht nur dafür genutzt werden, eine zusätzliche Schicht zwischen Estrich und Bodenbelag zu bilden, sondern auch selbst als Nutzboden dienen.

Allerdings ist dies nur in Räumen möglich, in denen die Beanspruchung nicht allzu hoch ist. Für eine bessere Optik kann der Zementüberzug in verschiedenen Farben eingefärbt werden.

Zement ist ein Material, das als Bindemittel einzelne Komponenten zu einer Einheit verbindet. So wird er auch manchmal als Klebstoff bezeichnet. Eine wichtige Eigenschaft von Zement ist, dass er hydraulisch ist. Das bedeutet, dass er nach dem Anmachen mit Wasser härtet und auch hart bleibt, selbst wenn er wieder Wasser oder starker Feuchtigkeit ausgesetzt ist.

Zement besteht zu 70 bis 80 Prozent aus Kalkstein. Die restlichen 20 bis 30 Prozent sind Ton. Häufig werden noch sogenannte Korrekturstoffe wie Eisenerz oder Sand zugefügt, die je nach spezifischer oder chemischer Zusammensetzung und Lagerstätte zugefügt werden. In einem aufwendigen und verfahrenstechnisch anspruchsvollen Verfahren wird aus diesen Rohstoffen dann Zement hergestellt, der als Überzug auf Estrich aufgetragen wird. Der Einbau von Zementüberzug sollte immer von Fachleuten erledigt werden - Gründe hierfür sind die Lagenbildung im Zement und die nötige Fachkenntnis, Erfahrung und Ausrüstung, die die Voraussetzung für einen lückenlosen und gleichmäßigen Einbau bilden.